Test Suzuki GSX 600 F( Quelle: Motorrad-Magazin Sonderheft 1995 )
Geeignet für:
Straße
Gelände
Stadt
Sport
Touren
Die Suzuki GSX 600 F verwöhnt mit günstigem Preis, handlichem Fahrwerk sowie guten Bremsen. Allein drei Leistungsvarianten gemein ist der etwas schwache Durchzug, in den anderen Disziplinen bietet die 600er aber gute Fahrleistungen
ALLGEMEIN
Obwohl die ehemals sportlich konzipierte GSX 600 F mittlerweile in die Jahre gekommen ist, ist sie weiterhin beliebt. Immerhin 2667 Maschinen dieses Typs verkauften sich von Januar bis September 1994. Das liegt an der Renaissance der alltagstauglichen Sporttourer in der Mittelklasse, die viel Motorrad zum günstigen Preis bieten.
MOTOR - 2.5
Auch beim luft-/ölgekühlten Triebwerk der 600er F griff Suzuki ins Teileregal. Basis ist ein 750er Motor, der allerdings nicht wie die 750er F den ultrakurzen Hub von 44,7 mm des `88/89er Modells J/K besitzt, sondern auf 48,7 mm des Vorgänger- beziehungsweise Nachfolgemodells vertraut. Das ist auch gut so, denn auch mit dem längeren Hub ist die F nicht gerade ein Durchzugswunder. Auch sie hat eher eine drehzahlbetonte Leistungscharakteristik. Vorteil für Einsteiger und solche, die sich langsam an die Schallmauer von 100 PS heranwagen möchten, ist der sanfte Leistungseinsatz, der auch auf nasser Fahrbahn gut kontrollierbar ist. Das Getriebe schaltet sich wunderbar leicht und exakt.
FAHRWERK - 2.0
Den Anforderungen an ein allroundtaugliches Motorrad gewachsen sind Fahrwerk und Federelemente. Die sportlich straffe Abstimmung und das leichtfüßige Handling erlauben flotte Gangart auf kurvenreicher Strecke, aber auch der Geradeauslauf kann überzeugen. Selbst im Soziusbetrieb halten Federelemente der gestiegenen Gesamtmasse stand. Gleiches gilt für die gut verzögernden und sauber dosierbaren Bremsen.
FAHRLEISTUNGEN - 2.0
Solange Fahrer nicht die Fahrleistungen aktueller Supersportler als Maßstab nimmt, kann er mit der GSX durchaus glücklich werden. Denn eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h und eine Beschleunigung von Null auf Hundert in 4,2 Sekunden reichen für einen 600er Sporttourer vollkommen aus. Allerdings muss sich der Reihenvierer an der Kawasaki GPX 600 R messen lassen, die mit nominell weniger Leistung in den meisten Disziplinen noch einen Tick schneller ist. Vor allem im Durchzug fällt die Suzi stark ab.
KOSTEN - 1.5
Zwar machte die alljährliche Preissteigerung der Importeure auch vor der GSX 600 F nicht halt, doch sind 11550 Mark für so viel Motorrad ein faires Angebot. Da kann auch die erst letztes Jahr wiederauferstandene und damals noch günstigere, direkte Konkurrentin, die Kawasaki GPX 600 R, mit 11970 Mark nicht dagegenhalten. Als geldbeutelschonend erweist sich zudem der durchschnittliche Verbrauch von 5,7 Litern.
AUSSTATTUNG - 2.0
Auch bei der 600er sparte Suzuki nicht an der Ausstattung. Die halbwegs schützende Verkleidung, ein komplett ausgestattetes Cockpit inklusive Benzinuhr sowie ein Hauptständer verschönern den alltäglichen Umgang mit der F. Allerdings muss man unter der Verkleidungsschale schlampige Verarbeitung in Kauf nehmen.
NOTE 2.0 GUT