Einbau der Jama/Laser-Auspuffanlage

Beim Kauf der GSX600F vor einem Monat, Baujahr 1995, war eine 4in1 Anlage verbaut, jedoch so, dass der Sammler unter Spannung an der Ölwanne ansaß und bereits deutliche Scheuerspuren hinterlassen hatte.
Zum Glück hatte der Vorbesitzer noch die Original-Auspuffanlage, die ich dann eingebaute. Allerdings hatte die schon deutliche Rostspuren. Die ließen sich zwar mit teurer Ofenrohrfarbe „übertünschen“, aber schön sah das nicht aus. Auf Frage beim Suzuki-Händler nach dem Preis einer neuen Originalen oder einer Zubehöranlage war zu hören:
– Die Originale ca. 800 Euro,
– Im Zubehörmarkt gibt es keine 4in2 mehr!

Auch im GSX-Forum habe ich nur Hinweise auf 4in1 gefunden. Da hätte ich jedoch eine andere Ölwanne montieren und auf den Hauptständer verzichten müssen. Nach deren Preis habe ich aber nicht gefragt.
Also ging die „Googelei“ los. Nach einigen Versuchen bin ich dann bei der Firma „MGHBikes, Bielefeld“ gelandet. Auf Frage, ob sie mir eine 4in2 Anlage empfehlen können, bei der keine Veränderungen am Bike vorgenommen werden müssen und auch der (für mich wichtige) Hauptständer erhalten bleiben kann, kam sehr schnell Antwort, in der u. a. die Anlage „Jama 4-2 Stahl verchromt VK 719,00, Sonderpreis 559,00 Euro. Ganz wichtig für Fans lauter Töne: Die Anlage ist legal, also wie das Original!
Am 24.07. bestellt und schneller geliefert, als angekündigt. Eigentlich hatte ich am Liefertag, 31.07.2009, etwas anderes vor, aber....Karton auf und ist denn schon Weihnachten.
Alle Teile ausgepackt und oh Schreck - kein Anschlag für den Hauptständer wie beim Original. Noch dabei:
– Heftchen „Technische Informationen“ (mit grundsätzlichen Montageanweisungen auf Seite -08-,
– Blatt „Productlist“ Rückseite mit „Mini-Einbauanleitung (stellenweise Lupe erforderlich) und was stand da noch zu lesen:...INOX!! wo doch in der Angebotsbeschreibung verchromt stand. Na um so besser.

Nach Kontrolle der gelieferten Teile, wie auf Seite 08 empfohlen, blieb mein Blick auf ein gedrehtes Flacheisen gerichtet. Die englische Bezeichnung dafür kannte ich leider nicht. Da auch ein Gummipuffer beilag und der zufällig in ein Loch des Eisens passte, musste das dann wohl der Endanschlag für den Hauptständer sein.

Jetzt aber los:

– Demontage der unteren Verkleidung,
– alte Endrohre unterlegt, damit sie nicht gleich auf den Boden plumpsen,
– alte Krümmerschrauben raus,
– Original-Schalldämpfer zur Seite.
– Zufällig den linken Krümmer zuerst eingebaut – passte super!
– dann der rechte. Oha! Will nicht so richtig. Her mit dem kleinen Montiereisen und schwupps drin war auch der rechte Krümmer – natürlich zuvor neue Dichtungen eingesetzt!
– Die „Halteeisen“ der Endrohre machen einen mehr als stabilen Eindruck und passen optisch sehr gut zur aerodynamisch geformten Original-Hinterachsschwinge,
– Alles drin, alles dran, alles fest!
– Und runter vom Hauptständer. Überraschung!!! Ständer geht auf der linken Seite (Fußauftrittplatte) nicht am „Röhrchen“ vorbei???
– Schelle und Schrauben wieder lose und Endschalldämpfer leicht gedreht. Macht aber keinen Sinn, da der „Monsterhalter“ an der Schwinge Kontakt hat.
– Wieder alles fest wie zuvor und grübel, grübel.
– Hauptständer-Feder ab, Hauptständer-Schrauben raus, Ständer raus und was tun?
– Keine Flex zur Hand, nur Dremel und keine Trennscheibe. Zum Glück gibt es in der Nachbarschaft nette Mitarbeiter einer Firma, die über eine Flex verfügen.
– Von der Innenseite der Fußauftrittplatte des Hauptständers ca. 1 cm. schmäler geschliffen, Kanten geglättet und her mit dem schwarzen Lackstift.
– Hauptständer wieder rein und jetzt auch gleich mit der Schraube auf der linken Seite das „gedrehte Flacheisen“ mit der Schräge zum Hauptständer-Lagerbock montiert,
– Probelauf des Hauptständers: Genau 3 mm Luft zum Auspuff, Endanschlag auch supi!
– Her mit den Federn und dem Federhaken. Ohne so ein Teil oder sonstigem
„Hilfsmittel“ ist das Federpaket wohl nicht an seinen angestammten Platz zu bringen.
– Vorvorletzter Akt: Auspuff-Krümmerschrauben mit max. 12 Nm anziehen (Achtung: Nach fest kommt ab!!!) und alle weiteren Schrauben der neuen Auspuffanlage festziehen, diesmal Stahl und trotzdem mit Gefühl,
– Vorletzter Akt: Motorprobelauf! Alles dicht und keine lästigen Nebengeräusche!
– Letzter Akt: Untere Verkleidung wieder anbauen und ach du Sch......! Die unteren Endteile der Verkleidung liegen am Auspuffrohr an. Was steht da doch auf Seite 08, Hinweis 4.) ...mindestens 2 cm Abstand zu nicht hitzebeständigen Teilen... Untere Verkleidung wieder ausbauen und betrachten. Ab-Dremeln oder erst mal ein Versuch mit dem beiliegenden Isoliermaterial. Zu Faul den Dremel aus der Wohnung zu holen – deshalb Iso-Test.
– Verkleidung wieder dran, Bilder für die Homepage machen, Hände waschen, anziehen und 145 Kilometer Probefahrt. Soundcheck war nicht notwendig, da wirklich legal.
– Obwohl Testweise auch mit zügiger Fahrt ist die Verkleidung nicht „abgefackelt“! (Werde die Verkleidung bei nächster Gelegenheit doch etwas kürzen, damit der Kunststoff nicht direkt auf dem A-Rohr anliegt.
– Nach der Probefahrt alle Schrauben nochmals kontrolliert und gut isses!

Die Moral von der Geschichte: „Nichts für die Ohren, nur fürs Auge! Gefällt!!
Freitag, 31.07.2009

Danke „baden-mike“ für diesen Artikel!
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